Antworten
Häufige Fragen
Zweiundzwanzig Fragen, die vor dem ersten Termin regelmäßig gestellt werden. Wenn Ihre nicht dabei ist, stellen Sie sie im Gespräch.
Habe ich einen Testosteronmangel?
Das lässt sich ohne Untersuchung nicht sagen. Die typischen Beschwerden, vor allem Müdigkeit, Antriebsmangel und nachlassende Libido, kommen auch bei normalem Testosteron vor und haben oft andere Ursachen. Ein Mangel liegt vor, wenn passende Beschwerden und wiederholt bestätigte niedrige Laborwerte zusammenkommen. Genau das wird in der Sprechstunde geklärt.
Welche Beschwerden sind typisch?
Am ehesten hinweisend sind sexuelle Beschwerden: verminderte Libido, seltenere morgendliche Erektionen, Erektionsstörungen. Weniger spezifisch sind Müdigkeit, Kraftverlust, Zunahme des Bauchfetts, gedrückte Stimmung und Konzentrationsprobleme. Je mehr davon zusammen auftreten, desto wahrscheinlicher ist ein Mangel, sicher ist es erst mit Laborwerten.
Reicht ein einzelner Testosteronwert?
Nein. Testosteron schwankt im Tagesverlauf und wird durch Schlaf, Essen, Infekte und Belastung beeinflusst. Etwa jeder dritte einmalig niedrige Wert ist bei der zweiten Messung normal. Die Leitlinien fordern deshalb zwei Messungen an verschiedenen Tagen, jeweils morgens und nüchtern.
Wann sollte Testosteron gemessen werden?
Zwischen 7 und 11 Uhr, nüchtern, nach einer normalen Nacht, nicht während eines Infekts und nicht direkt nach intensivem Training. Werte, die am Nachmittag gemessen wurden, sind nur eingeschränkt verwertbar.
Muss ich nüchtern sein?
Ja. Eine Mahlzeit vor der Blutabnahme kann den Wert deutlich senken. Wasser dürfen Sie trinken; auf Kaffee verzichten Sie besser.
Verschreiben Sie Testosteron?
Nein. Der Schwerpunkt dieser Sprechstunde liegt auf der Abklärung: Untersuchung, Labor, Einordnung der Werte und die Behandlung der Faktoren, die den Testosteronspiegel dämpfen. Ergibt die Abklärung einen behandlungsbedürftigen Hypogonadismus, überweise ich mit vollständigem Befund an einen Urologen oder Endokrinologen.
Der Grund: Ich führe keine Facharztbezeichnung, und eine Dauertherapie mit einem verschreibungspflichtigen Hormon gehört in fachärztliche Hände.
Was habe ich dann von dem Termin?
Eine Antwort auf die Frage, ob bei Ihnen überhaupt ein Testosteronmangel vorliegt, und wenn ja, woher er kommt. Bei den meisten Männern ist die Hormonachse nicht defekt, sondern gebremst, etwa durch Übergewicht, zu wenig Schlaf, eine unbehandelte Schlafapnoe oder ein Medikament. Was davon bei Ihnen wirkt und was sich daran ändern lässt, ist das eigentliche Ergebnis.
Und falls doch eine Therapie nötig ist, gehen Sie vorbereitet zum Facharzt: mit bestätigten Werten, körperlichem Befund und der Unterscheidung, ob die Ursache im Hoden oder in der übergeordneten Steuerung liegt.
Was ist freies Testosteron?
Der kleine Anteil des Testosterons, der nicht an Eiweiße gebunden ist und in den Zellen wirken kann, etwa ein bis drei Prozent des Gesamtwerts. Er wird aus Gesamttestosteron, SHBG und Albumin berechnet. Die direkte Messung mit einfachen Tests ist ungenau und wird nicht empfohlen.
Was bedeutet SHBG?
Sexualhormon-bindendes Globulin, ein Eiweiß, das Testosteron im Blut bindet und dadurch für die Zellen unverfügbar macht. Hohes SHBG bedeutet weniger verfügbares Testosteron bei gleichem Gesamtwert, niedriges SHBG mehr. Es steigt mit dem Alter und bei Lebererkrankungen und sinkt bei Übergewicht und Insulinresistenz. Ohne SHBG lässt sich ein Testosteronwert nicht richtig beurteilen.
Kann Übergewicht das Testosteron beeinflussen?
Ja, deutlich. Bauchfett wandelt Testosteron in Östrogen um und bremst die Steuerung aus der Hirnanhangsdrüse. Bei starkem Übergewicht ist ein niedriger Wert eher die Regel. Eine Gewichtsabnahme hebt den Spiegel messbar an, bei einem Teil der Männer so weit, dass sich die Frage nach einer Therapie nicht mehr stellt.
Beeinflusst Schlaf den Testosteronspiegel?
Ja. Testosteron wird vor allem im Schlaf gebildet. Eine Woche mit fünf Stunden pro Nacht senkt den Spiegel um zehn bis fünfzehn Prozent, eine unbehandelte Schlafapnoe noch stärker. Bei Verdacht empfehle ich eine Schlafuntersuchung, bevor über eine Hormontherapie gesprochen wird.
Was passiert bei Kinderwunsch?
Kinderwunsch verändert Diagnostik und Therapie. Eine Testosterontherapie unterdrückt die Spermienproduktion und ist bei Kinderwunsch in der Regel nicht angezeigt. Stattdessen kommen ein Spermiogramm, die Behandlung der Ursache oder Wirkstoffe in Frage, die die eigene Produktion anregen. Sagen Sie es deshalb bitte gleich im Erstgespräch.
Macht eine Testosterontherapie unfruchtbar?
Während der Therapie sinkt die Spermienzahl bei den meisten Männern stark, oft auf null. Nach dem Absetzen erholt sich die Produktion in der Regel innerhalb von Monaten bis über einem Jahr, in Einzelfällen bleibt sie eingeschränkt. Wer sich Kinder offenhalten will, sollte vor einer Therapie über das Einfrieren von Spermien sprechen.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Am wichtigsten ist der Anstieg des Hämatokrits, also die Verdickung des Blutes, die das Thromboserisiko erhöht und regelmäßig kontrolliert werden muss. Weiter möglich sind Akne, Wassereinlagerungen, Brustdrüsenvergrößerung, Hodenverkleinerung, Verschlechterung einer Schlafapnoe, Stimmungsschwankungen und Reaktionen an der Anwendungsstelle. Die meisten lassen sich durch Dosisanpassung oder Wechsel der Anwendungsform beheben.
Wie oft sind Kontrollen notwendig?
Nach Therapiebeginn nach drei, sechs und zwölf Monaten, danach jährlich. Kontrolliert werden Befinden, Testosteron, Hämatokrit und PSA, einmal im Jahr zusätzlich Blutfette und Blutzucker, bei Auffälligkeiten häufiger. Diese Übersicht dient Ihrer Orientierung, damit Sie einschätzen können, ob Ihre Behandlung ausreichend überwacht wird.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die Praxis rechnet privatärztlich nach der Gebührenordnung für Ärzte ab. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen erstatten in der Regel, abhängig vom Tarif. Gesetzliche Krankenkassen erstatten nicht. Gesetzlich Versicherte können die Sprechstunde als Selbstzahler nutzen und erhalten vorab eine schriftliche Übersicht über die zu erwartenden Kosten.
Kann ich vorhandene Laborwerte mitbringen?
Ja, unbedingt. Sie werden gesichtet und eingeordnet. Ob sie für eine Diagnose ausreichen, hängt davon ab, wann und unter welchen Bedingungen sie gemessen wurden und ob SHBG, LH und FSH dabei waren. Fehlende Werte werden ergänzt, vorhandene nicht unnötig wiederholt.
Ich nehme bereits Testosteron. Kann ich trotzdem kommen?
Ja. Die Sprechstunde bietet eine unabhängige Einordnung Ihrer laufenden Behandlung an, mit körperlicher Untersuchung, eigener Labordiagnostik und schriftlichem Bericht. Die Therapie selbst führe ich nicht fort und stelle dafür keine Rezepte aus. Bringen Sie alle Unterlagen mit, einschließlich der Werte von vor Therapiebeginn, falls vorhanden. Näheres auf der Seite Zweitmeinung.
Ich habe früher anabole Steroide genommen. Ist das ein Problem?
Es ist wichtig, dass Sie es sagen. Anabolika unterdrücken die eigene Hormonachse, und die Erholung kann Monate bis Jahre dauern. Diagnostik und Therapieentscheidung unterscheiden sich davon deutlich. Das Gespräch unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht.
Wie lange dauert es bis zum Ergebnis?
Zwischen Erstgespräch und Befundbesprechung liegen in der Regel zwei bis drei Wochen. Das hängt an der Laufzeit des Labors, daran, ob eine zweite Blutabnahme nötig ist, und daran, dass die Sprechstunde samstags stattfindet.
Bieten Sie Videosprechstunden an?
Nein. Jeder Termin findet in der Praxis statt, auch die Befundbesprechung und die Verlaufskontrollen. Eine körperliche Untersuchung lässt sich per Video nicht ersetzen, und ein Gespräch über Werte und Beschwerden ist persönlich besser aufgehoben.
Wann geht es los?
Die Sprechstunde beginnt im Dezember 2026. Bis dahin ist eine Termin buchen möglich: Sie hinterlassen Name und Kontakt und werden benachrichtigt, sobald die Terminvergabe beginnt. Daraus entsteht keine Verpflichtung.